17.08.17

Like Snow

Ich hab mich in letzter Zeit komisch gefühlt, und deshalb dachte ich, ich setze mich mal wieder an meinen Blog und lasse meinen Gefühlen freien lauf. Denn so entstehen bei mir immer Geschichten. Ich schreibe einfach drauf los, und entwickle die Geschichte während ich schreibe. Vermutlich hat man das an der Qualität so manch eines Posts hier gemerkt.. Naja, mein Punkt ist:
Geschichten entstehen bei mir durch Gefühle. Gefühle inspirieren mich und lassen mich Handlungsabläufe und Charaktere erschaffen. Denselben Effekt wollte ich an diesem späten Donnerstagabend wieder hervorrufen, doch als ich anfangen wollte, drauf loszuschreiben, hab ich gemerkt, dass das nicht so klappt wie sonst immer.
Denn was ich seit einiger Zeit, mal mehr und mal weniger, fühle, ist kein Gefühl.
Aber da es Mitte August ist, erzähle ich euch erstmal etwas über Schnee. Schnee hat diese Eigenschaft, sich auf alles, was kalt genug ist, zu legen und es zu ersticken. Wenn am Abend die Welt noch laut, grau und hässlich war, ist sie nach einer schneereichen Nacht am nächsten Morgen hell, schön und still. Selbst die lautesten Großstädte bleiben für eine Weile länger still als sonst. So unglaublich still.
Und diese alles erfüllende Stille beschreibt mein Nicht-Gefühl am besten: Es ist eine gewisse Leere, ein Nichts, eine alles bedrückende Taubheit die sich wie ein dünner Film auf alles legt was mir widerfährt, was in meinem Kopf und in meinem Leben passiert. Ich entwickle ein gewisses Desinteresse gegenüber allen möglichen Dingen, sogar solchen, die mir eigentlich Freude bereiten. Und das merkwürdigste daran ist, dass man es nach außen hin nicht merkt. Sobald ich unter Leuten bin verhalte ich mich anders, fröhlich, empathisch und einfach so wie immer. Ich denke, unter Leuten zu sein tut mir gut, denn zwar fühle ich diese Taubheit nach wie vor, aber sie nimmt mich nicht komplett ein, so wie jetzt. Leute lenken mich ab, Leute bringen mich zum lachen, Leute fragen mich, wie es mir geht. Und ich sage, dass es mir gut geht, denn was wäre die Alternative? Zu sagen, dass es mir schlecht geht? Das wäre gelogen. Mir geht es nicht schlecht. Ich fühle einfach nichts. Null. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass es mir nicht gut geht, denn das wäre wenigstens mehr als nichts.